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Nanu, schon wieder eine Nano-Überraschung

ILMAC Kurzbericht Nr. 2 - Nanu, schon wieder eine Nano-Überraschung. Die Welt der Winzlinge ist immer für eine grosse Überraschung gut. Nanopartikel helfen jetzt sogar im Kampf gegen Corona-Viren.

› Von kleinen Gesetzesbrechern und Anti-Corona-Kämpfern

Nanu, schon wieder eine Nano-Überraschung

Die Welt der Winzlinge ist immer für eine grosse Überraschung gut. Nanopartikel helfen jetzt sogar im Kampf gegen Corona-Viren.

Überraschungseffekte haben in der Nanochemie Tradition. Früher dachte man, Partikel unterhalb von 200 Nanometern liessen sich selbst mit dem Mikroskop nicht richtig sehen. Dies besagte ein ehernes Gesetz des Physikers Ernst Abbe aus dem Jahr 1873. Ein gutes Jahrhundert später verbesserte die 4Pi-Mikroskopie die Auflösung trotzdem um das 4- bis 7-fache. Heute mikroskopieren «Gesetzesbrecher» mit Laserfluoreszenzverfahren sogar menschliche DNA-Stränge (STED-Mikroskopie).

Faustdicke Überraschungen birgt neuerdings die superschnelle Entwicklung innovativer Nanopartikel mit vorgegebenen Wunsch-Eigenschaften – vor wenigen Jahren ein unendlich mühseliges Unterfangen. Heute beschleunigt Künstliche Intelligenz das Design. Damit wäre eigentlich die Synthese der vielen erfolgsversprechenden Kandidaten der Flaschenhals. Doch seit vor kurzem 65.000 Metallsulfid-Nanostäbchen quasi in einem Rutsch und mit Standard-Labor-Glasgeräten erzeugt wurden, kann man mit einem wahren Feuerwerk neuer Materialien rechnen.

Schon jetzt treten einige als Anti-Corona-Kämpfer an – entweder als der Impfstoff selbst (z. B. Protein-Nanopartikel von Alpha-O Peptides, Riehen) oder als schützender Carrier für empfindliche Wirkstoffe auf ihrem Weg in die Zellen.

Damit spricht die gesamte Historie der Nanochemie dafür, dass sie auf der diesjährigen Ilmac in Basel mit einer neuen Überraschung aufwartet.

 

Anmerkung zu den Bildern:

Nanometergrosse Strukturen sind zu klein, um sie sehen zu können? – Mit speziellen Mikroskopen ist es heute möglich: Mikroskopie-System auf der Basis der strukturierten Beleuchtung (N-SIM, Nikon), Auflösung bis in den unteren Nanometerbereich dank stochastischer optischer Rekonstruktion (N-STORM, Nikon), besonders ergonomisch designtes Forschungsmikroskop, inverses Forschungsmikroskop als Basis für Super-resolution-Verfahren (N-STORM, N-SIM)

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