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ILMAC 2021 vereint die Branche des deutschsprachigen Raums

Die Vorbereitungen für den einzigen physischen Treffpunkt für den Labor- und Prozesstechnologie-Sektor im deutschsprachigen Raum dieses Jahr sind in vollem Gang. Lesen Sie das Interview mit ChemieXtra / Roger Bieri und Michael Bonenberger, Messeleiter der ILMAC

Die Vorbereitungen für den einzigen physischen Treffpunkt für den Labor- und Prozesstechnologie-Sektor im deutschsprachigen Raum dieses Jahr sind in vollem Gang. Messeleiter Michael Bonenberger gibt einen Einblick in die Vorbereitungen und verrät, was die Besucher und Austeller diesen Herbst auf der Fachmesse erwartet.

Herr Bonenberger, die ILMAC Lausanne hat vergangenes Jahr mitten in der Pandemie stattgefunden. Wie lautet Ihr Fazit?

Michael Bonenberger: Die Umsetzung der ILMAC Lausanne letztes Jahr war eine Herausforderung, da sowohl auf unserer Seite wie auch seitens der Aussteller pandemiebedingt eine grosse Planungsunsicherheit bestand. Von einem individuellen Schutzkonzept begleitet, konnten wir in Kooperation mit unseren Ausstellern aber dennoch eine erfolgreiche Messe realisieren und damit eine der wenigen Grossveranstaltungen Ende letzten Jahres durchführen. Alle Teilnehmer waren sehr zufrieden.

Gab es auch kritische Stimmen?

Bonenberger: Überraschenderweise gab es kaum negative Stimmen, da die Besucherqualität hoch war und für die Besucher wiederum das Angebot vor Ort ausreichend umfassend war. Es gibt da eine Ausnahme eines Ausstellers aus Frankreich, dessen Mitarbeiter im Vorfeld in Quarantäne mussten, was für das Unternehmen einen hohen Aufwand darstellte.

Was würden Sie im Nachhinein anders machen? 

Bonenberger: In Zeiten wie diesen braucht es Flexibilität und Agilität, aber auch Stabilität. Der Austausch mit der Branche ist in dieser Situation umso wichtiger. Entsprechend haben wir seit der ILMAC in Lausanne den Dialog mit der Branche verstärkt. Dies ermöglicht es uns auch das Angebot und die Prozesse optimal auf die Bedürfnisse unserer Aussteller anzupassen.

Nun wird im Oktober 2021 die ILMAC in Basel ihre Tore öffnen. Wie schätzen Sie die Lage ein?

Bonenberger: Das Bedürfnis nach einem physischen Branchentreffpunkt im Oktober ist da. Dies wissen wir aufgrund unserer durchgeführten Aussteller- und Besucherbefragungen. Es wird aber sicher eine kleinere Ausgabe der ILMAC mit vorrausichtlich rund 200 Ausstellern werden. Wir sind im kontinuierlichen Austausch mit den kantonalen Behörden und haben ein Schutzkonzept entwickelt, welches sich bereits an der ILMAC Lausanne bewährt hat. Dieses werden wir in einer den aktuellen behördlichen Auflagen angepassten Umsetzung wieder einsetzen.

Die ILMAC in Basel ist länderübergreifend. Wie gehen Sie in der heutigen Zeit damit um?

Bonenberger: In Anbetracht der kontinuierlich steigenden Impfquote in der Schweiz und dem angrenzenden Ausland ist davon auszugehen, dass die Mehrheit der Teilnehmer bis diesen Herbst über ein Covid-Zertifikat verfügt. Damit entfallen die Quarantänepflichten bei Einreise, die letztes Jahr noch eine Hürde für viele Teilnehmer waren. Wir gehen darum davon aus, dass wir die ILMAC Basel, wenn auch etwas kompakter, in gewohnt hoher Qualität werden bieten können.

Gehen Sie davon aus, dass alle trotz des Covid-Zertifikats eine Maske tragen müssen?

Bonenberger: Erfolgt der Einlass zur Messe exklusiv mit Covid-Zertifikat, gelten aktuell keine weiteren Einschränkungen wie Maskenpflicht oder Mindestabstand. Das Messeerlebnis ist dann entsprechend für Aussteller wie Besucher uneingeschränkt. Sollten wider Erwarten trotz Zertifikat wieder strengere Schutzmassnahmen eingeführt werden müssen, können wir schnell und flexibel reagieren. Dank unseren grosszügigen Infrastrukturen können wir den Mindestabstand jederzeit gewährleisten. In jedem Fall werden wir spezielle Hygienemassnahmen umsetzen sowie die Frischluftzufuhr sicherstellen. Sollte eine Maskenpflicht zurückkehren, beeinträchtigt dies die Qualität einer ILMAC-Teilnahme nicht – dies haben wir letzten Jahr in Lausanne gesehen.

Die Pandemie zwang viele Messen «digitaler» zu werden, haben Sie ein digitales Angebot?

Bonenberger: Ja, bei uns soll das digitale Angebot komplementär stattfinden. Ich sehe es so: Zuerst informiert man sich bei Investitionsprodukten online, danach kauft man sie live und anschliessend holt man sich wieder online die nötigen Informationen. Ich mache ein Beispiel: Wenn man sich heute ein Motorrad kauft, erkundigt man sich online, danach kauft man es vor Ort und anschliessend sucht man Wissenswertes über Fahrsicherheitstrainings, Reisen etc. im Netz.

Wie muss ich mir das konkret für die ILMAC vorstellen? 

Bonenberger: Als Branchen-Plattform vernetzt ilmac.ch die relevanten Teilnehmer des Sektors und fördert als interaktives Forum den Wissenstransfer und Austausch mit den Zielgruppen. Zudem ist die Plattform auch Bühne für branchenspezifische Konferenzen und Key Notes, Trends und Entwicklungen. Dies das ganze Jahr über. Unmittelbar vor der Messe finden Besucher alle Inhalte und Themen auf der Plattform, nach dem Event bleiben sie über die Plattform mit der Branche vernetzt und in Kontakt.

Wo liegen die Schwerpunkte der diesjährigen ILMAC?

Bonenberger: Die diesjährige ILMAC beleuchtet drei Themenschwerpunkte. Wir beschäftigen uns mit dem nachhaltigen Umgang in der Chemie, oder wie es im Fachjargon heisst, mit der Green and Sustainable Chemistry. Zudem wird der kontinuierliche Prozess in der Verfahrenstechnik eine wichtige Rolle spielen, Stichwort: Flow Chemistry. Und zu guter Letzt werden auch Themen der Künstlichen Intelligenz und der Digitalisierung in der Forschung umfassend behandelt.

Sie haben gesagt, dass Sie mit 200 Ausstellern rechnen – und mit wie vielen Besuchern?

Bonenberger: Eine Vorhersage zur Besucherzahl ist natürlich schwierig. Die Erfahrung aus der ILMAC Lausanne hat gezeigt, dass in diesen Zeiten, der Besuch der Messe nochmals bewusster und gezielter erfolgt als in der Vergangenheit. Dies führt zu einer besonders hohen Besucherqualität. Zudem entscheiden sich die Besucher tendenziell etwas kurzfristiger zur Teilnahme als auch schon. Die Zeichen stehen – Stand heute – alle gut und wir sind zuversichtlich, dass wir eine erfolgreiche Plattform werden anbieten können. Wir als Veranstalter sorgen mit einer strategischen Kommunikationskampagne dafür, dass alle Zielgruppen die ILMAC, deren diesjährigen Themenschwerpunkte sowie die Durchführungsbedingungen kennen.

Innerhalb der ILMAC finden noch die Pharma Logistics Days statt, wo liegen dort die Schwerpunkte?

Bonenberger: Ganz aktuell sind die Anforderungen an den Transport von Impfstoffen. Auch sind nach wie vor die Ansprüche an den Transport von Arzneistoffen, genauer von «Active Pharmaceutical Ingredients» (API) ein zentrales Anliegen.

Hat die Pandemie die Aussteller-Landschaft verändert?

Bonenberger: So homogen die Bedürfnisse unserer Community sind, so inhomogen ist das Verhalten der einzelnen Firmen. Es gibt beispielsweise Firmen, die immer noch ein Teilnahmeverbot an physischen Veranstaltungen haben und andere wiederum, die es kaum erwarten können, sich live an einer Messe zu treffen. Generell nehmen wir aber aus unseren Gesprächen mit Ausstellern und Besuchern mit, dass das Bedürfnis, sich wieder physisch zu treffen, definitiv da ist.

Gibt es ein Event, worauf sich die Besucher besonders freuen können?

Bonenberger: Ja, ganz klar unser Networking-Event am Mittwoch (21.10.2021) mit verlängerten Öffnungszeiten! Und natürlich noch die spannende Maintenance Area. Die Instandhaltung rückt zunehmend in den Fokus der technischen und kaufmännischen Entscheider und ist längst kein Randthema mehr. Um dem wachsenden Informationsbedürfnis zu diesem Thema gerecht zu werden, gibt es dazu auf der ILMAC erstmals eine eigene Informationsplattform.

Vielen Dank für das Gespräch!

Die ILMAC öffnet vom 19. bis 21.10.2021 auf dem Messegelände in Basel ihre Tore. Die Pharma Logistics Days finden am 20. und 21. Oktober 2021 statt.

Text: Roger Bieri / ChemieXtra

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